Bisheriger Saisonverlauf

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Goldmedaille der Deutschen Meisterschaften 2015
Goldmedaille der Deutschen Meisterschaften 2015

Der Start in die Saison lief leider nicht wie erwünscht. Beim Winterwurf Cup Mitte März im portugiesischen Leiria ist der Speer mit 62,08m so weit geflogen, wie noch nie zuvor zu diese Jahreszeit. Dementsprechend hoch waren aber auch meine Erwartungen für den Saisoneinstieg im Mai bei den Haleplus Werfertagen in Halle an der Saale. Im sechsten und letzten Versuch landete der Speer bei 60,76m. Das war nicht das, was ich mir vorgestellt hatte aber ich konnte damit leben. Es war schließlich erst der erste Wettkampf. Aber auch in den kommenden Wettkämpfen gelang es mir nicht, die Leistung zu steigern. Im sechsten Durchgang ging es zwar jeweils über 60m aber mehr auch nicht. Mit den 60m Würfen lief die Saison zwar besser als die letzte aber nicht zufriedenstellend. Beim Wettkampf in Prag gab es für mich leider nur drei Versuche und somit auch keine 60m. 57m reichen in einem Internationalen Feld einfach nicht um unter die besten acht zu kommen.

Am 12.07. habe ich dann bei den Westdeutschen Meisterschaften in Recklinghausen teilgenommen. Ich hoffe, dass war der Tiefpunkt in dieser Saison. Ich habe mir dort zwar den Titel geholt aber gerade mal 53m geworfen. Zu meiner Entschuldigung muss ich allerdings sagen, dass die Rahmenbedingungen auch äußerst ungünstig waren. Am Ende ist es mir dann nicht gelungen, mich ausreichend zu motivieren und ich habe den Wettkampf nach vier Versuchen abgebrochen.

Zwei Tage später stand das Spitzenleichtathletik Meeting in Luzern auf meinem Wettkampfplan. Endlich richtig gutes Wetter! Darüber habe ich mich schon mal sehr gefreut. Und die 53m waren auch noch wieder gut zu mache! Die Trainingswerte versprachen eigentlich ganz andere Weiten. Schon das Einwerfen ging über 60m. Dann sollte es im Wettkampf doch auch möglich sein. Und so war es auch. 65,40m im ersten Durchgang bedeuteten neue Persönliche Bestleistung. Endlich hatte es geklappt. Die folgenden Versuche waren dann zwar unter 60m aber das finde ich nicht schlimm. Erst kam es zu einem kleinen Spannungsabfall und dann wollte ich ein bisschen zu viel, so dass sich leider technische Fehler eingeschlichen haben. Im sechsten Versuche wollte ich aber unbedingt noch mal zeigen, dass es ein zweites mal über 60m gehen kann. Am Ende flog der Speer sogar auf 66,40m. Eigentlich fühlt man als Speerwerfer ob ein Wurf gut oder schlecht ist. Ich war auch zufrieden mit dem letzten Wurf aber, dass er noch mal einen Meter weiter geht als der erste, hätte ich nicht gedacht.

Aus den 66m konnte ich viel positive Energie für die Deutschen Meisterschaften ziehen. Habe damit aber natürlich auch den Druck auf mich selbst deutlich erhöht. Plötzlich war ich die gejagte. Ich wollte jedoch unbedingt beweisen, dass die 66m keine Eintagsfliege waren. Ehrlichgesagt, war mir das viel wichtiger als der Titel, auch wenn oft gesagt wird, dass es bei Meisterschaften auf die Platzierung ankommt.

Das Einwerfen auf dem Aufwärmplatz lief sehr gut. Dann ging es in den Callroom und von dort ins Stadion, wo wir noch einmal die Möglichkeit hatten, ein paar Würfe zu machen. Leider lief es im Stadion gar nicht mehr so gut. Drei Würfe habe ich noch gemacht und sie wurden immer schlechter. Was war da los? Versagten jetzt die Nerven? Das durfte nicht sein. Der Wettkampf begann. Ich war als vorletzte an der Reihe. Jetzt die letzten Einwürfe vergessen und volle Konzentration auf den ersten Versuch. 63m im ersten Versuch konnten sich sehen lassen. Damit war ich erst mal zufrieden. Im zweiten Durchgang hat Christina dann 64m geworfen. Ich hatte meinen zweiten Versuch schon gemacht. Hatte also erst im dritten die Möglichkeit zu kontern. 64m sind durchaus möglich, wenn man 1,5 Wochen vorher sogar 66 geworfen hat. Und es gelang mir tatsächlich zu kontern. 65,40m. Ich habe natürlich versucht noch einen drauf zu legen aber das ist mir an diesem Tag leider nicht gelungen. Aber auch niemand anderem. Am Ende des Tages war ich sehr glücklich, dass ich den Titel gewonnen hatte aber vor allem, dass ich gezeigt habe, dass der Wettkampf in Luzern nicht nur Glück war.

Nach den Deutschen Meisterschaften ging es noch ein bisschen hin und her, ob ich nun beim Diamond League Meeting in Stockholm einen Startplatz bekomme oder nicht. Als ich mich eigentlich schon damit abgefunden hatte, dass ich keinen Startplatz bekomme, hat sich der Veranstalter doch dazu durchgerungen, noch zwei Startplätze mehr zu vergeben. Also ging es Mittwoch nach den Deutschen Meisterschaften nach Stockholm. Es reichte am Donnerstag Abend aber leider nur zu 60,52m und Platz 7. Es fehlte mir eindeutig die Spritzigkeit was sehr schade war aber ich konnte leider nichts mehr aus mir rauskitzeln.

Von Stockholm bin ich dann direkt ins Trainingslager nach Kienbaum geflogen. Hier wird nun noch ein letztes mal richtig trainiert bevor es nach Asien geht.