Olympia-Aus 2016

Eingetragen bei: Blog | 0

Natürlich war ich sehr enttäuscht. Zum einen von mir, weil es mir bis zur EM nicht gelungen ist, eine bessere Weite als 63,20m abzuliefern und zum anderen vom DLV.

Nachdem ich nach den Deutschen Meisterschaften immer noch die schlechteste Weite der vier Speerwerferinnen mit Norm hatte, war ich auf die Nominierung sehr gespannt. Da die ersten drei der Deutschen Meisterschaften gewählt wurden, machte es für mich den Anschein, dass es schon wichtig ist, wann und wo man seine Leistung abliefert.
Bis zu EM habe ich dann keinen Wettkampf mehr gemacht, weil ich natürlich gehofft habe, auch da eine gute Platzierung zu erreichen.

Nach dem Finale bei der EM war ich natürlich enttäuscht. Zum einen will man als Weltmeisterin nicht mit Platz vier nach Hause gehen und zum anderen hätte ich auch gerne noch einen Meter weiter geworfen. Aber die Bedingungen im Stadion waren sehr schwer und meine Technik leider noch nicht stabil genug. Aber ich habe trotz der schweren Bedingungen eine Saison Bestleistung geworfen und bin immerhin vierte geworden. Deshalb war ich sehr enttäuscht, dass Christinas knappe 64m bei einem kleinen Sportfest unter wahrscheinlich besseren Bedingungen als besser gewertet wurden. Die „Art“ des Wettkampfs spielte also doch keine Rolle mehr. Und was mich wirklich stört, dass meine Bundestrainerin dann doch einfach mal sagen könnte, wenn du bis zur EM nicht weiter wirfst, als Christina rückt Christina für dich ins Team. Das wäre eine klare und Eindeutige Aussage gewesen, mit der jede von uns Werferinnen hätte was anfangen können.
Es war anders aber es ist jetzt nicht mehr zu ändern.

Für den letzten Wettkampf in Monaco hatte ich mir natürlich mehr vorgenommen. Das Einwerfen war auch außergewöhnlich gut aber dann hat mir glaube ich die Psyche einen Strich durch die Rechnung gemacht. In meinem Kopf schwirrte der Gedanke herum, dass ich wahrscheinlich sogar 70m werfen könnte und trotzdem bei den Olympischen Spielen nicht dabei sein würde. Schließlich hat Linda 2008 kurz nach der Nominierung 66m geworfen und wurde nicht mehr berücksichtigt.

Die Ablenkung durch meinen Freund und meine Familie hat aber ganz gut geholfen. Und wann kommt man als Leistungssportler schon mal dazu, drei Mal in den Urlaub zu fahren. Ganz spontan ging es für eine Woche nach Frankreich zu Freunden ans Meer, später, mit einem Teil unserer Familien nach Kroatien und in den Bayrischen Wald wurde ich auch noch eingeladen. Es ist mit Sicherheit nicht das gleiche wie Olympische Spiele aber ich hatte dann doch noch eine sehr schöne Zeit.